Krank im Kopf

Depressionen, Alzheimer, Schlaganfall – 
viele Krankheiten haben ihren Ursprung im Gehirn

Von/Copyright by: Meike Ufer - Artikel von aus http://www.dasgehirn.info

Ob Bewegungsabläufe, Organfunktionen oder unser Gefühlsleben – alles wird vom Gehirn gesteuert. Doch auch in der zentralen Leitstelle können Dinge aus der Balance geraten. Die Folge: psychische und neurologische Störungen. Weltweit sind rund eine Milliarde Menschen von Leiden wie Alzheimer, Parkinson oder Depression betroffen.

Den häufigsten dieser Krankheitsbilder widmet sich unser Fokus. Wir klären Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden – und begleiten Wissenschaftlerund Ärzte bei der oft diffizilen Suche nach
Auslösern und Therapien.Führende Experten stellen jede Krankheit in einem Video-Interview vor. Berichte und Reportagen werfen zudem einen Blick auf gesellschaftliche Folgen, persönliche Schicksale und aktuelle Forschungstrends.

Wagen Sie sich mit unserer Reporterin in eine virtuelle Spinnengrube, verfolgen Sie die Bemühungen eines jungen Mannes, das Puzzle des Lebens wieder neu zusammen zu setzen – und erfahren Sie, warum Demenz besonders in Krankenhäusern für Probleme sorgt.

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Das menschliche Gehirn in 3D

Neurowear - Hirnströme kontrollieren Katzenohren ...

Posted in: DIGITAL LIFE, LIFESTYLE / FASHION, PRODUCT INNOVATIONS by Darrell Nelson

It has been said that the Japanese don’t always wear their hearts on their sleeves and it can be particularly hard to judge their emotions. Step in the team from “neurowear” who have developed a product called “necomimi” which takes brain signals from our emotions and turns them into visible actions rendering them in the form of wiggling cat ears.
Advertising it as a new communication tool that “augments the human body and ability”, the website introduces the product as a fashion item and gadget that uses brainwaves and other biosensors. Designed obviously for the cutesy Japanese market with its cat ear shape (neco and mimi being the words for cat and ear) the ears mimic a cat’s ears as they wiggle and rise with the wearers emotional state, for example rising in anticipation of eating a delicious cookie, or drop down when relaxed.
The product, although at present a bit of a commercial gimmick, could actually be used for a number of other functions. For example, to help allow mentally disabled people show their feelings and easing frustrations within those who are verbally challenged. This kind of technology that doesn’t require too many intrusive components could certainly help in treatment by non verbally demonstrating wearers emotions, particularly in children. The same technology could also be used within other applications. Embedded in a hard hat for example the same brain signal monitor could be worn for workers involved in particularly demanding tasks requiring constant concentration. This kind of new technology aimed at health and wellbeing is a particularly growing market in Japan with its increasing greying society.


Nur der REM-Schlaf steigert die Kreativität

Diese Hypothese überprüften die kalifornischen Wissenschaftler erstmals in Experimenten mit Freiwilligen. Die 77 Probanden sollten nach Analogien suchen und Wortreihen logisch fortsetzen, beispielsweise ein viertes, passendes Wort zu der Reihe „cookies“, „sixteen“ und „heart“ finden. Eine mögliche Lösung wäre das Wort „sweet“, denn es passt zu Keksen und zu den bekannten Begriffen „sweet sixteen“ und „sweetheart“.


In einem Teil der Tests stellten die Forscher den Probanden zunächst die Aufgaben und ließen diese erst nach einer bis zu zweistündigen Mittagsruhe beantworten. Je nachdem, ob die Probanden sich dabei nur ausgeruht hatten, in den REM-Schlaf oder in eine andere Schlafphase gefallen waren, waren sie in diesen Tests unterschiedlich erfolgreich. Der REM-Schlaf erwies sich dabei als besonders förderlich und führte zu den besten Testergebnissen.

Schlaf macht kreativer, nicht klüger

Die REM-Verbesserung war unabhängig von der simplen Gedächtnisleistung des Hirns, die der Schlaf nicht steigern konnte. „Für geistige Aufgaben, an denen wir schon geraume Zeit arbeiten, genügt einfach etwas Zeit, um eine Lösung zu finden. Bei einer neuen Herausforderung kann aber nur der REM-Schlaf die Kreativität steigern“, sagt Studienleiterin Sara Mednick. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Gehirn in dieser Phase neue Informationen mit vorhandenen Gedächtnisinhalten verbindet und mithilfe von Nervenbotenstoffen neue gedankliche Netze knüpft.


Kognition

Kognition (lat. cognoscere ,erkennen‘, ,erfahren‘, ,kennenlernen‘) ist die von einem verhaltenssteuernden System ausgeführte Informationsumgestaltung.

Kognition ist ein uneinheitlich verwendeter Begriff, mit dem auf die Informationsverarbeitung von Menschen und anderen Systemen Bezug genommen wird. Oft ist mit „Kognition“ das Denken in einem umfassenden Sinne gemeint. Auch wenn viele kognitive Prozesse im Menschen bewusst sind, haben „Kognition“ und „Bewusstsein“ nicht die gleiche Bedeutung. So können bestimmte Prozesse im Menschen unbewusst und dennoch kognitiv sein, ein Beispiel hierfür ist das unbewusste Lernen.

Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, die Introspektion, der Wille, das Glauben und einige mehr. Kognitive Fähigkeiten werden von verschiedenen Wissenschaften, wie der Psychiatrie, der Psychologie, der Philosophie, den Neurowissenschaften und der künstlichen Intelligenz untersucht. Die wissenschaftliche Erforschung der Kognition wird unter dem Begriff der Kognitionswissenschaft zusammengefasst.


Training fürs Gehirn

Jeden Tag ein paar Aufgaben rechnen oder ein Kreuzworträtsel lösen?
Nach Ansicht von Manfred Spitzer unnütze Zeitverschwendung, was Gehirntraining angeht. „Ich bin kein Fan von Gehirnjogging, weil ich das für nutzlos halte“, sagt Spitzer. „Ich bin eher ein Fan davon, das Gehirn wirklich zu benutzen, indem man zum Beispiel mit anderen Menschen umgeht.“

Somit sollte man die Illustrierte mit den Kreuzworträtseln links liegen lassen, und lieber mal wieder den Umgang mit anderen Menschen suchen. Einen besonderen Tipp hat Spitzer für die Älteren parat, die ihr Gehirn trainieren wollen: „Wenn man älter wird, sollte man vor allem den Umgang mit jüngeren Menschen suchen, die einen immer wieder mit etwas Neuem konfrontieren.“ Auch Sport kann beim Gehirntraining helfen; am wichtigsten ist jedoch das Gespräch miteinander. „Ich glaube, dass es das Beste ist, wenn wir mehr Zeit miteinander verbringen.“, so Spitzer.
Aus der Pforzheimer Zeitung vom 02.10.2006     


Neuroforschung: Hirnstruktur kann politische Einstellung verraten

SPIEGEL ONLINE - 08.04.2011

Alles ist politisch, sogar das Gehirn: Ob jemand konservativ oder eher links ist, zeigt sich schon in der Hirnstruktur, wie Neurowissenschaftler jetzt erstmals nachgewiesen haben. Das könnte auch Unterschiede im Verhalten erklären.
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http://www.spiegel.de/thema/gehirn/

"Human Brain Project" - Forscher basteln an der Hirnmaschine

SPIEGEL ONLINE - 12.05.2011

Von Christoph Seidler und Cinthia Briseño

Ein Forscherteam will das menschliche Gehirn im Computer nachbauen. Das "Human Brain Project" hofft auf eine Milliardenförderung der EU. Der Kampf gegen Alzheimer und Parkinson soll endlich vorankommen - nebenbei sollen neue Supercomputer und Roboter entstehen.

Ein Terabyte pro Sekunde rauscht gerade durch Henry Markrams Hirn, vielleicht auch mehr. Beim Blick nach links sieht er den schlanken Berliner Fernsehturm, vor sich hat er ein halbes Dutzend einigermaßen aufmerksamer Journalisten im Auge. Markram, er wirkt ein bisschen übernächtigt, kann ihre Stifte auf dem Papier der Notizbücher kratzen hören, den Straßenlärm der Karl-Marx-Allee. Er kann den Großstadtfrühling im Berliner Zentrum riechen, kann über seine Arbeit sprechen. Alles gleichzeitig. Und bei alldem verbraucht sein Gehirn noch nicht einmal ein Zehntel der Energie des Laptops, der vor ihm steht.

Wegen dieser Leistungen, wegen dieser Effizienz ist der Neuroforscher von der École Polytechnique Fédérale im schweizerischen Lausanne so fasziniert von unserem Denkorgan. An der Spitze eines Wissenschaftlerteams aus neun europäischen Staaten will er ihm in einem riesigen Forschungsprojekt seine Geheimnisse entlocken. Das Ziel ambitioniert zu nennen, ist zurückhaltend: Das "Human Brain Project" (HBP) will nichts weniger als das menschliche Gehirn in einem Computer zu modellieren.
Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen unter anderem den Kampf gegen Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer voranbringen - und nebenbei die Entwicklung neuer Supercomputer ermöglichen.

Zusammen mit einem Dutzend deutscher Kollegen wirbt Markram an diesem Mittwoch für diese Forschung: "Das ist eine der drei großen Herausforderungen der Menschheit. Wir müssen die Erde verstehen, den Weltraum - und das Gehirn. Wir müssen verstehen, was uns menschlich macht." Der in Südafrika geborene Forscher tingelt zurzeit durch Europas Metropolen, schließlich bewirbt sich das von ihm geleitete Projekt um Geld aus einem EU-Förderprogramm, der sogenannten FET-Flagship-Initiative. Und dafür braucht es politische Unterstützung.

Es geht um nicht weniger als eine Milliarde Euro, verteilt über zehn Jahre. Fünf weitere Konsortien sind noch im Rennen um Förderung aus Brüssel. Sie befassen sich unter anderem mit dem Einsatz von Graphenen in der Computertechnik, mit robotischen Assistenzsystemen oder mit sogenannten virtuellen Patienten, mit denen individuelle Therapien kreiert und getestet werden. Im kommenden Jahr werden zwei Projekte ausgewählt. Wenn man die EU kennt, weiß man, dass neben wissenschaftlicher Exzellenz auch geografischer Proporz eine wichtige Rolle spielen wird.

"Es ist Zeit, diese Teile zusammenzufügen"

Die Forscher des "Human Brain Project" - Neurowissenschaftler, Genetiker, Informatiker, Robotikexperten, Ethiker - zeigen sich trotzdem optimistisch. Sie werben auch damit, dass ihr Projekt helfen kann, bereits existierendes Wissen besser zu nutzen. Aktuell gibt es etwa 200.000 Neurowissenschaftler weltweit, die Millionen wissenschaftlicher Veröffentlichungen produziert haben. "Das Wissen ist fragmentiert", sagt Markram. "Es ist Zeit, diese Teile zusammenzufügen."

Die Rhetorik ist gut, gar keine Frage. Doch gibt es nicht ein entscheidendes Problem? Milliardenschwere Großvorhaben von der Art des "Human Brain Project" wecken große Erwartungen, allen voran auf medizinische Fortschritte bei bisher unheilbaren Erkrankungen. Die großen Genomprojekte vor einigen Jahren haben das auch getan. Doch in der Praxis ist bis heute für Patienten wenig passiert. Alzheimer plagt die Menschheit weiter, Parkinson und die Amyotrophe Lateralsklerose ebenso. Enttäuschung ist aufgekommen, weil die Praxis oft komplizierter ist, als zu Beginn des Projekts vermutet.

Könnte dem HBP ein ähnliches Schicksal drohen? Die beteiligten Forscher verneinen das vehement - vor allem, weil praktische Anwendungen bereits früh im Projektverlauf zu erwarten seien. Neue Designprinzipien für energieeffiziente Computer zum Beispiel oder für neue Roboter. Neben Erkenntnissen in der Grundlagenforschung werfe das HBP schon frühzeitig auch nutzbare Produkte ab.

Und was den Kampf gegen Krankheiten angeht: Die Medikamentenentwicklung komme auch deswegen nicht voran, weil Pharmakonzerne die Investitionen nicht schultern könnten, sagt Henry Markram. Deswegen gingen die Patentanmeldungen zur Behandlung von Hirnleiden sogar zurück. Das geplante Forschungsprojekt würde das ändern, verspricht der Forscher. Denn die Firmen könnten das Hirnmodell nutzen, um neue Ideen zu testen.

Hier weiterlesen: http://www.spiegel.de/thema/gehirn/

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